Planung, Konstruktion und Erprobung eines mobilen Sensornetzes zur Erfassung von standortbezogenen Daten zur Luftqualität

Von Feinstaub bis GPS: ein praxistaugliches Messsystem für den urbanen Raum

– konstruiert, getestet und ausgewertet unter realen Bedingungen.

Autoren: Norbert H. & Sebastian S. Klasse: 24E2 Fachrichtung: Elektrotechnik (Energie-/Automatisierungstechnik) Schule: WBS SCHULEN - Fachschule für Technik und Wirtschaft Ort: Leipzig Schuljahr 2025/2026

Inhalt

Von der Motivation über Hardware & Software bis zur Plausibilitätsprüfung

01
Motivation & Problemstellung

Stationäre Messstationen liefern nur punktuelle Daten – wir wollten Luftqualität im Stadtgebiet mobiler erfassen.

Zielsetzung

Ein Messsystem bauen, das PM-Werte, Temperatur/Feuchte sowie VOC-/NOx-Indizes misst und per GPS eindeutig zuordnet.

Technologien

SEN55 als Sensor, GPS (NEO-6M), LoRa + LTE als Hybrid-Übertragung – mit Fokus auf Reichweite und Energieeffizienz.

Aufbau Hardware & Software

ESP32 (T-Beam), eigene Platine, 3D-gedrucktes Gehäuse, Programmlogik (Master/Slave) und API-Anbindung.

Messdurchläufe & Auswertung

Vier Tests im realen Umfeld: Reichweite, Systemtest, Straßenbahn-Langzeitmessung und Vergleich von Transportmitteln.

Kapitel in Kürze

Die wichtigsten Bausteine für die Umsetzung

02
1
Luftqualitätsparameter (SEN55)

PM1/2.5/4/10, Temperatur, rel. Feuchte sowie VOC-/NOx-Index – als mobile All-in-One Messbasis.

2
GPS & Standortzuordnung

Positionsdaten per GPS, in der Praxis ausreichend genau (typisch wenige Meter – im Versuch sinnvoll nutzbar).

3
Datenübertragung (LoRa + LTE)

LoRa für die Sensor-Kommunikation (kostengünstig/energiearm), LTE am Gateway für die zuverlässige Internet-Weiterleitung.

4
Programmlogik & API

Master sendet Beacon → Slave antwortet mit Messwert + GPS → Master formatiert und postet an eine REST-API.

66Seiten
4Messdurchläufe im Stadtgebiet
11237Messpunkte (gesamt)
LoRa-ReichweiteMessdurchlauf 1

Reichweitentest im urbanen Raum: sehr zuverlässig bis 1–2 km, ab ~3 km stark abhängig von Sichtlinie; Maximalpunkt bei ca. 5,55 km.

Systemtest (SEN55 + LoRa)Messdurchlauf 2

Validierung des Gesamtaufbaus: Sensorwerte erfassen, paketieren, per LoRa senden und über Gateway an die Datenbank übertragen.

Straßenbahn-LangzeittestMessdurchlauf 3

24h-ähnlicher Dauereinsatz auf einer Tram: stabiler Serverkontakt, tausende Messpunkte, plus Dokumentation zur Anomalie-Erklärung.

Vergleich TransportmittelMessdurchlauf 4

Tram vs. Fahrrad (plus Referenz-Thermometer): zeigt deutlich, wie Gehäuse, Abwärme und Bewegung Temperatur/Feuchte beeinflussen können.

Ergebnisse

Was zuverlässig funktioniert hat – und wo Grenzen sichtbar wurden.

03
Hauptergebnis

Ein mobiles Sensornetz ist im urbanen Alltag technisch umsetzbar: Messwerte lassen sich mit GPS verknüpfen und drahtlos übertragen. Besonders die Feinstaubmessung (PM) zeigte stabile, plausible Verläufe – selbst im bewegten Betrieb und über längere Zeiträume.

LoRa im Stadtgebiet

In der Innenstadt sehr zuverlässig, mit zunehmender Entfernung und ohne direkte Sichtlinie deutlich schwankender. Die Praxis lag damit realistisch im erwartbaren Korridor – mit einem Spitzenwert bei ca. 5,55 km.

Plausibilität: PM vs. Umgebung

PM-Werte waren im Vergleich zu stationären Referenzen im Tagesmittel gut einordenbar. Einzelne Peaks passen zu besonderen Ereignissen (z. B. punktuell erhöhter Partikelausstoß).

Temperatur & Feuchte

Hier zeigte sich ein deutlicher Offset: Gehäusematerial, Abwärme (Powerbank/Router/Elektronik) und Sonneneinstrahlung verfälschen die Werte. Für verlässliche Aussagen braucht es Abschirmung, Kalibrierung und eine bessere thermische Entkopplung.

VOC-/NOx-Index

NOx reagierte nachvollziehbar (u. a. in Stoßzeiten). Der VOC-Index wirkte teils bewegungsabhängig (Stop/Go-Effekt) und ist mobil nur eingeschränkt aussagekräftig.

Interaktive Statistik

Die Daten aus dem dritten Messwerduch sind interaktiv zur Ansicht bereitgestellt

Fazit

Mobile Luftqualitätsmessung ist machbar – aber nicht jede Messgröße ist unterwegs gleich gut interpretierbar. PM-Daten sind stark, Temperatur/Feuchte/VOC brauchen bessere Rahmenbedingungen.

04
Kernaussage

Mit zwei selbst entwickelten Messgeräten (Sensor + GPS + LoRa/LTE) konnten ortsbezogene Messdaten zuverlässig erfasst und übertragen werden. Der größte Mehrwert liegt in der flächigeren Sicht auf PM-Feinstaub – statt nur einzelner stationärer Punkte.

Ausblick

Mit mehreren Fahrzeugen (Tram/Bus/Fahrrad) lässt sich ein dichtes Datennetz aufbauen. In Verbindung mit einer Webseite oder App könnten Messpunkte visualisiert, interpoliert und für mehr Bewusstsein im Alltag genutzt werden.

Anlagen

Hier sind digitale Anhänge für die Facharbeit hinterlegt. (z. B. Diagramme/Anlagen).

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